CORPORATE FINANCE Nr. 09-10 2018

Prof. Dr. Alexander Götz / Moritz Stahl

Prof. Dr. Alexander Götz ist Professor für Entrepreneurship/Corporate Finance an der DHBW, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen. Moritz Stahl, B.A., ist Student der Rechtswissenschaften ander Universität Regensburg.
Die durchschnittliche Vorstandsvergütung pro Kopf hat sich in 2017 im DAX mit einem Rückgang um 0,4% nur geringfügig verändert. Die Entwicklung steigender Vergütungen aus den Vorjahren hat sich demnach nicht fortgesetzt. Im MDAX verdienten die Vorstände in 2017 2,8% weniger als im Vorjahr.

Die durchschnittliche Vorstandsvergütung pro Kopf hat sich in 2017 im DAX mit einem Rückgang um 0,4% nur geringfügig verändert. Die Entwicklung steigender Vergütungen aus den Vorjahren hat sich demnach nicht fortgesetzt. Im MDAX verdienten die Vorstände in 2017 2,8% weniger als im Vorjahr. Im Mehrjahresvergleich gibt es eine positive Korrelation mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen. In Relation zum EBIT zeigt sich, dass die Spitzenreiter bei der absoluten Höhe der Vergütung eher unterdurchschnittlich zahlen, weshalb der teilweise geäußerten Kritik an der Höhe der Vorstandsgehälter nicht gefolgt werden kann.

I. Einleitung
Die Hauptversammlungen der DAX und MDAX Unternehmen verzeichnen immer höhere Ablehnungsquoten im Hinblick auf die Vorstandsvergütung, obwohl seit vielen Jahren intensiv über das Thema diskutiert wird. Entweder haben die Unternehmen die Kapitalmarktanforderungen nicht verstanden oder die Aktionäre werden kritischer. Möglicherweise liegt es aber auch an dem zunehmenden Einfluss der Stimmrechtsberater, die das Thema Vorstandsvergütung zu einem ihrer Schwerpunkthemen gemacht haben. Daher sollen nachfolgend die wesentlichen Entwicklungen in der Vorstandsvergütung
herausgearbeitet werden. Die Studie zur Vorstandsvergütung von DAX- und MDAXUnternehmen aus dem Jahr 20171 für das Berichtsjahr 2016 wird nachfolgend mit den Daten für 2017 erweitert. Dabei wird
die absolute und relative Entwicklung der Vorstandsvergütung dargestellt. Zudem werden die einzelnen Vergütungsbestandteile (Fix, STI und LTI) ausgewertet. Außerdem werden Verhältniskennzahlen gebildet, zum einen im Vergleich zum EBIT des Unternehmens, zum anderen in Bezug zum durchschnittlichen
Personalaufwand der jeweiligen Gesellschaft. Vor allem im Rahmen der Angemessenheitsvorgabe seitens des Gesetzgebers bieten diese Kennzahlen eine hilfreiche Messgröße. Das Verhältnis der Vorstandsvergütung zum EBIT ist
ein einfacher und guter Indikator im Zeitablauf, inwiefern dem Prinzip „pay for performance“ gefolgt wird.

II. Empirische Erkenntnisse der Analyse 2006 bis 2016
Im Jahr 2015 stieg die Vergütung der Vorstände im DAX um 2,8% und im MDAX um 6,8%3. In 2016 betrug der Zuwachs…….

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