Die komplett überarbeite Neuauflage der Broschüre „Erfolgreich an die Börse“ ist ab sofort erhältlich.

Dr. Konrad Bösl bündelt in dieser Broschüre seine Erfahrung von rund 60 persönlich begleiteten Börsengängen. Dem Leser wird ein Erfahrungsschatz weitergeben, der sich manchmal in kleinen – sonst eher unbemerkten – Details widerspiegelt, die jedoch für den Erfolg des Börsengangs und für die Kursentwicklung der Aktie nach der Notierungsaufnahme von entscheidender Bedeutung sind.

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Vorwort

Unternehmertum bedeutet, Entscheidungen zu treffen, die das Unternehmen auf sich ändernde Umweltbedingungen frühzeitig und systematisch vorbereiten. Eine wichtige unternehmerische Entscheidung ist die Eigenkapitalausstattung. Diese muss mit dem Unternehmenswachstum und den Wachstumspotenzialen Schritt halten. Erst eine starke Eigenkapitalbasis gibt dem Unternehmen Stabilität und eröffnet weitere Kreditspielräume zu attraktiven Konditionen. Diese Überlegungen sollten für Unternehmer Anregung genug sein, intensiv darüber nachzudenken, wie sie ihre Eigenkapitalausstattung und ihre Fähigkeit Eigenkapital zu beschaffen verbessern können. Als Königsweg der Eigenkapitalbeschaffung sticht der Börsengang hervor, weil er dem Unternehmen im Unterschied zu anderen Finanzierungsquellen erheblich mehr an steuerfreien Eigenkapital zuführen kann.

In vielen mittelständischen Unternehmen wird der Börsengang als Handlungsalternative der Eigenkapitalbeschaffung erst gar nicht in Betracht gezogen, weil es an Kenntnissen darüber fehlt. Und selbst bei Unternehmen, die einen Börsengang prüfen oder sich dafür entschieden haben, sind die Informationsdefizite über den Ablauf und die zentralen Entscheidungsparameter verhältnismäßig groß. Deshalb hat sich die vorliegende Broschüre zum Ziel gesetzt, mittelständische Unternehmer über diesen wichtigen, i.d.R. einmaligen Schritt fundiert und objektiv zu informieren.

Die Broschüre bündelt die Erfahrung von rund 60 persönlich begleiteten Börsengängen. Deshalb kann dem Leser ein Erfahrungsschatz weitergeben werden, der sich manchmal in kleinen – sonst eher unbemerkten – Details widerspiegelt, die jedoch für den Erfolg des Börsengangs und für die Kurs­entwicklung der Aktie nach der Notierungsaufnahme von entscheidender Bedeutung sind.

 

1.         Börsengang – warum?

Zu den vorrangigen Problemen des deutschen Mittelstands zählt die zu geringe Eigenkapitalausstattung. Obgleich der Börsengang (auch IPO oder Going Public) eine hervorragende Möglichkeit der Eigenkapitalbeschaffung ist, wird sie von mittelständischen Unternehmen nur zögerlich genutzt. Neben den Informationsdefiziten über einen Börsengang liegt eine weitere Ursache im Vorherrschen von Familienunternehmen bzw. inhabergeführten Unternehmen im Mittelstand. Derartige Unternehmen tun sich schwer, in den bisherigen (eher geschlossenen) Eigentümerkreis eine Vielzahl neuer Gesellschafter aufzunehmen, regelmäßig Informationen über die Geschäftsentwicklung zu veröffentlichen und extern Rechenschaft abzulegen.

Trotz dieser Argumente ist eine Reihe von weiterhin im Familienbesitz befindlichen mittelständischen Unternehmen an der Börse notiert. Offensichtlich werden – dies belegen Befragungen börsennotierter Unternehmen – die als negativ empfundenen Aspekte eines Börsengangs (deutlich) überschätzt. Natürlich bedingt die Kapitalerhöhung zum Börsengang die Erweiterung des Gesellschafterkreises. Der Einfluss der Alteigentümer auf das Unternehmen wird jedoch nicht gefährdet, solange sie die Aktienmehrheit besitzen. Vielmehr sichert die Stärkung der Eigenkapitalbasis den Alteigentümern die Kontinuität und Unabhängigkeit ihres Unternehmens. Die aus der Börsennotierung erwachsenden Informationspflichten und die sich in der Aktienkursentwicklung spiegelnden Reaktionen der Investoren stellen ein wirksames Korrektiv für eine nachhaltige wertsteigernde Unternehmenspolitik dar. Und davon profitieren die Alteigentümer am stärksten.

Ungeachtet dessen sollten bei der Entscheidung über einen Börsengang die unternehmerischen Aspekte im Vordergrund stehen. Die mit dem Börsengang verbundene (deutliche) Verbesserung der Eigenkapitalausstattung stärkt die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an sich ändernde Umweltbedingungen. Diese ist notwendig, da der Großteil der mittelständischen Unternehmen heute vor dem Problem steht, dass Technologiesprünge, kürzer werdende Produktlebenszyklen oder notwendige strategische Investitionen hohe finanzielle Vorleistungen erfordern. Dabei kann der Mittelstand nicht mehr wie früher auf eine umfangreiche Kreditfinanzierung durch die Banken vertrauen, schon gar nicht bei einer schwachen Eigenkapitalausstattung. Infolgedessen bestimmt die Eigenkapitalausstattung und die Fähigkeit Eigenkapital zu beschaffen maßgeblich die Chancen von Unternehmen im Wettbewerb.

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